Mein Weg zu den Fells

Wie viele Mädchen war ich schon als Kinde pferdebegeistert. Leider konnte ich damals meine Eltern nicht so ganz davon überzeugen und so blieb es beim Wunsch, das Reiten zu lernen. Durch Zufall kam ich mit 25 Jahren dann zum Reiten und schnell merkte ich, dass mich Ponys mehr begeisterten als Großpferde. Nach 5 Jahren Reiten  stand dann fest, dass es ein eigenes Pony sein sollte.  Das sollte natürlich artgerecht im Offenstall gehalten werden. Das war zu der Zeit im Osten Deutschlands aber alles andere als üblich und so musste erst ein Bauernhof erworben werden und dann konnten die Ponys kommen.

Zur Rasse der Fell Ponys kam ich über Pferdebücher. Dort gefielen mir die Dales sehr gut, aber die waren in Deutschland kaum zu bekommen – vor allem wenn man Rappen ohne Abzeichen haben wollte. Also wurden Fell Ponys angesehen und die gefielen mir vom Typ noch besser – vor allem die besichtigten Stuten  sahen mehr nach dem Pony aus, das ich mir immer vorgestellt hatte.  Da es zu der Zeit keine gerittenen Fell Ponys gab, entschied ich mich für 2 Stutfohlen, die im Herbst 2001 bei uns einzogen: Unity Fiona und Faith van de Wildhoeve. Damit keines der Fohlen Herdenchef sein musste, bekamen sie im ersten Jahr einen Shetlandwallach als „Aufpasser“ dazu.

Da mein Ziel der Pferdehaltung mehr Richtung Herdenhaltung ging, sollten später noch 2 Fells dazu kommen. Mein Plan war noch einen Schimmel und eine Braune zu erwerben, um Fells in allen zugelassenen Farben zu haben. So kam dann vorerst Lissy als Schimmelstute zu uns. Ein braunes Pony (und das möglichst in bay  – also hellbraun) zu finden, war wieder sehr schwer, da diese Farbe sehr selten vorkommt. So dauerte es bis 2005 ehe sich auch dieser Wunsch mit Unity Josie erfüllte.

Die Entscheidung für die Fells habe ich nie bereut. Sie sind vom Typ her genau das Pony, was ich immer gesucht habe. Als ich die Fells erworben hatte, konnte ich mittelmäßig reiten und hatte keine Erfahrung in der Ausbildung von Pferden, deshalb wollte ich eine Rasse, die mich beim Lernen unterstützt und wo nicht die Gefahr bestand, das Pony „kaputt“ zu machen.

Hinsichtlich des Exterieurs kam es mir auf folgende Merkmale an:

– ein starker Rücken verbunden mit einer guten Selbsthaltung (ich traute es mir nicht zu, ein nicht gut gebautes Pony dahin zu entwickeln, aber ein Pony mit diesen Voraussetzungen konnte ich auch als „Anfänger“ ohne Schaden für den Ponyrücken reiten)

– ein starkes Fundament  und gute Hufe (die Hufe und Beine sollten den Anforderungen der Freizeitreiterei ohne Hilfsmittel gewachsen sein)

– eine gute ausgebildete Muskulatur (ein schon von Natur aus gut bemuskeltes Pony kann den Reiter von Anfang an besser tragen)

Hinsichtlich des Interieurs sollte mein Pony folgende Merkmale erfüllen:

-gelassen sein (ich wollte ein Pony, auf dem ich mich sicher fühle und das nicht vor jeder Kleinigkeit erschreckt)

– ausgeglichen sein (ich wünschte mir ein Pony, was auch nach einiger Zeit des Nichtstuns einfach weitergeritten werden kann)

– menschenbezogen und kooperativ sein (ich wollte ein Pony, das erst einmal gern zum Menschen kommt und auch gern arbeiten möchte)

– ein bisschen egoistisch (mein Pony sollte nicht über seine Möglichkeiten hinaus gehen, sondern auch auf sich achten, ich wollte kein Pferde, das  so lange läuft, bis es vor Erschöpfung umfällt, sondern ich möchte lange etwas von dem Pony haben)

Meine Anforderungen haben alle meine Fells bisher erfüllt. Ich lernte erst einmal ganz viel über Pferdehaltung und Pferdegesundheit. Pferdeausbildung im Reiten und Fahren lernte ich mit den Ponys gemeinsam und dabei wurden alle zu zuverlässigen Freizeitpartnern.

Darüber hinaus haben sie natürlich noch viele weitere positive Eigenschaften, die in der Rassenbeschreibung zu finden sind.

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